Konsequenz nachhaltig – brainshirt

brainshirt | DearGoods Blog

Gastbeitrag von Franziska von veggie-love.de: Vor zwei Jahren schrieb mich Matthias Hebeler, der Gründer der Marke „brainshirt“ an, weil er auf Anregung von animalfair.at die Perlmuttknöpfe der Herrenhemden durch vegane Knöpfe aus einer Mischung aus Biopolymer und Polymer ersetzt hatte. Fand ich natürlich gut und habe mir das Label gerne näher angeschaut. Jedes Mal, wenn ich mit Matthias spreche, sprudelt er nur so vor neuen Ideen und es ist eine Freude zu sehen, wie sich brainshirt in den letzten Jahren entwickelt hat.

Das erste Herrenhemd von brainshirt – natürlich aus Biobaumwolle – gab es 2009 und zwar aus dem Grund, aus dem viele Entrepreneure ihr eigenes Produkt auf den Markt bringen: sie hätten gerne etwas, was es bisher nicht gibt. So ging es auch Matthias als er sich auf dem Weg nach Norwegen am Flughafen ein Designerhemd kaufte. Made in China und das für rund 170 Euro. Es sollte doch möglich sein, für diesen Preis ein Hemd in Deutschland herzustellen und dabei auch noch ökologische und nachhaltige Materialien zu verwenden. Damit war die Idee für brainshirt geboren und es sollte Matthias drei Jahre Entwicklungsarbeit kosten bis das erste brainshirt seinen Ansprüchen genügte und der Öffentlichkeit präsentiert wurde.DearGoods - eco, fair, vegan

Die Marke brainshirt

Die Philosophie von brainshirt ist klar definiert und wird konsequent verfolgt: es werden nur Materialien von lebenden Tieren verwendet. Derzeit ist das einzig nicht vegane Material Wolle, die für einige Teile der Strickkollektion verwendet wird. Leder oder Seide gab und wird es bei brainshirt nie geben. Ebenso legt Matthias großen Wert auf die Verwendung von natürlichen Materialen und vermeidet den Einsatz von Synthetik. Diese Konsequenz macht es Matthias nicht immer einfach, ein neues Produkt zu entwickeln und die Recherche nach einem umweltfreundlichen Verfahren dauert bisweilen etwas länger. Aber der Weg des geringsten Widerstandes ist nichts für den Öko-Unternehmer – im Gegenteil: als ihm viele in den Anfängen von brainshirt von seinem Vorhaben abrieten oder ihm sein Scheitern voraussagten, bestärkte ihn das, motivierte ihn und weckte seinen Ehrgeiz.

Transparenz ist bei brainshirt sehr wichtig: die Biobaumwolle kommt aus Arizona und New Mexico. Gesponnen wird in der Schweiz und die weitere Verarbeitung findet ebenfalls in der Schweiz und Ungarn statt. Matthias kennt jeden einzelnen Schritt der Produktionskette, kann ihn nachverfolgen und jederzeit kontrollieren.

Das Sortiment

DearGoods - eco, fair, vegan

30 verschiedene Modelle an Herrenhemden sind derzeit erhältlich. Nach den Hemden folgten Socken – ebenfalls aus Biobaumwolle und hergestellt in Sachsen. Die Boxershorts und Strickprodukte kommen aus Fulda und sind ebenfalls aus Biobaumwolle. Über die Jahre hat sich brainshirt konsequent weiterentwickelt – dank Matthias, der auch schon als „Al Gore aus Schlüchtern“ bezeichnet wurde, seinem unermüdlichem Unternehmergeist sowie seinem Ideenreichtum. Sein erstes großes Ziel hat er bereits erreicht: den Mann komplett nachhaltig einzukleiden, denn der erste Anzug ist nun auch fertig. Gefertigt ist dieser aus Kapok und Biobaumwolle. Kapok ist eine Kapilarfaser, eine Hohlfaser, die feuchtigkeitsableitend wirkt und damit die Qualität von klassischer Funktionsbekleidung erfüllt. Nur eben ganz ökologisch, ohne Chemie oder chemische Verfahren. Denn das ist Matthias wichtig: wenn es nicht natürlich ist, dann verwendet er es nicht.

DearGoods - eco, fair, vegan

Neue Produkte bei brainshirt

Eine Neuheit für die Sommerkollektion 2013 sind Pullis aus gasierter Biobaumwolle. Dieses Verfahren hat eine lange Tradition und ist sehr aufwändig, deshalb wird es in Deutschland kaum noch angewendet. Dabei werden die versponnenen Fäden durch Flammen gezogen, um die feinen Härchen zu entfernen. Das Ergebnis: ein fertiges Produkt dessen Tragekomfort aufgrund der weichen Fasern kaum zu übertreffen ist. Gasiert wird in Italien und ein Feuerwehrmann ist immer in der Nähe, falls die Fasern versehentlich Feuer fangen sollten.

Die konsequente Weiterentwicklung in Sachen Fasern führte bei brainshirt von Biobaumwolle zu Kapok und einer Kombination aus beidem. Ebenfalls neu im kommenden Sommer sind Hemden aus einer Leinen-Biobaumwoll-Mischung.

Ein zweites großes und bisher unerreichtes Ziel von Matthias ist die eigene Konfektionierung in Deutschland. Denn Nachhaltigkeit möchte er nicht nur für seine Kunden, sondern auch für Menschen, die in der Textilindustrie arbeiten – das Schaffen von Arbeitsplätzen in Deutschland in einer Industrie, die schon vor vielen Jahren aus Kostengründen ins billigere Ausland abgewandert ist, ist ein nobles und ehrenwertes Ziel. Wer Matthias kennt, weiß, dass er auch dieses Vorhaben realisieren wird. Denn wenn etwas schwer oder gar unmöglich erscheint, spornt in das bei der Umsetzung umso mehr an.

Und noch was für die Damen

Während ich diesen Artikel schreibe, trage ich eine der ersten Damenblusen aus dem Hause brainshirt, die mir Matthias netterweise zum Probetragen geschickt hat. Die Damenlinie wird noch einen eigenen Namen bekommen, bisher hat ihn Matthias noch nicht verraten. Wie schon bei meinem ersten Anfassen eines brainshirts bin ich begeistert vom Material sowie der Verarbeitung. Auch der Tragekomfort ist ziemlich hoch und die Passform ideal.

DearGoods - eco, fair, vegan

Nach dem Mann im kompletten brainshirt Business Look folgt nun also das erste Produkt für Damen. Das Besondere bei den Blusen ist die Verwendung von Dynamic Cotton (natürlich auch Biobaumwolle), die durch ein spezielles Verfahren beim Weben eine hohe Dehnbarkeit des Stoffes ermöglicht. Ganz ohne Chemie und die Kunstfaser Elastan.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.