Fair Fashion Berlin – Treches

Treches | DearGoods Blog

Dürfen wir vorstellen: Treches. Das Berliner Label ist schon seit langem ein unverzichtbares Label in den Stores von DearGoods. Höchste Zeit also, mal hinter die Kulissen zu schauen und uns mit der Designerin Jeanette zum Kaffee zu treffen. Warum ihr Treches unbedingt kennen sollte, verraten wir euch in diesem Beitrag.

DearGoods - eco, fair, vegan

Wir sind mit Treches verabredet. Einem unserer Berliner Labels, die sich in der Weserstraße in Neukölln niedergelassen haben. Die Weserstraße ist mittlerweile bekannt für Neuköllner Aufbruch, für junge Leute, KünstlerInnen, für Hipster und viele angesagte Kneipen im typischen Berlin-Look: Alte Stühle, Tische und Bänke vom Flohmarkt. Die Tapeten von den Wänden gerissen, sieht man den nackten Putz oder gar die Mauersteine. Wir treffen uns mit Jeanette Bruneau Rossow – der Gründerin von Treches – im Holzkohlen. Einem ehemaligen Holz- und Kohleladen direkt gegenüber vom Treches Headquarter.

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2010 entschied sich Jeanette Bruneau Rossow in diese Gegend zu ziehen. In ihrem bisherigen Kiez in Friedrichshain wurde es ihr zu langweilig. Hier hatte sie drei Jahre lang jeden Sonntag auf dem Boxhagener Platz – ein bekannter Flohmarkt in Friedrichshain – eigene Teile verkauft. Mit Siebdruck gestaltete sie Patches, eigens geschneiderte T-Shirts und Hoodies. Bis sie sich 2008 mit einer Freundin ein Atelier mietete. Ihr eigenes Label Treches entstand und von Anfang an war klar, dass das Label nicht nur Urbanität ausdrücken sollte, sondern sich auch mit ethischen Fragestellungen der Textilproduktion auseinandersetzen sollte: Die Menschen, die für Treches produzieren, sollen fair entlohnt werden, die Umwelt geschont und alles so lokal wie möglich hergestellt werden.

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Jeanette ist niemand, der mit erhobenem Finger Vorträge hält. Im Gegenteil: Sie will zeigen, dass man tolles Design mit ethisch korrekter Herstellung verbinden kann.

Nun ist sie seit 3 Jahren in Neukölln und die Entwicklung sieht ähnlich aus wie die in Friedrichshain. Junge Leute beleben das Viertel und werten es durch kleine Cafés, Ateliers und Kneipen auf. Jeanette hat diesen Aufbruch in Neukölln gespürt, als er noch in den Kinderschuhen steckte und als Standort für ihr Label gewählt. Heute lässt sie sich treiben und inspirieren.

Jeanette kam vor mehr als sieben Jahren aus Norwegen nach Berlin. Sie zog in ein besetztes Haus in Friedrichshain. Es war ein queer-anarcho-feministisches Hausprojekt. Diese Zeit prägt noch heute ihre Arbeit. Ihre Designs sollen Frauen emanzipiert darstellen, traditionelle Geschlechterrollen und Dresscodes aufbrechen. Mit Geometrie und Farbkontrasten wird der Körper durch die Kleidung in graphische Formen abstrahiert. Eine neue Ästhetik entsteht.

Dieses Statement erklärt ihre ausgefallenen urbanen Styles, die verspielt, aber nicht niedlich sind. Durch Form, Farbe und Schnitt entsteht eine lässige Kombination, die unglaublich Freude macht. Es sind Hingucker, die ungewohnte Silhouetten bilden, aber trotzdem absoluten Wohlfühlcharakter erzeugen. Für einige Motive geht Jeanette auch eigens mit der Kamera durch ihren Kiez und fotografiert Baummotive oder Häuserfassaden. Diese Bilder bringt sie als Druck auf Pullover, Shirts und Hosen. Neukölln hat einen großen Einfluss auf ihre Kollektionen.

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Das Nähen hat sie sich selbst beigebracht. Dabei wurde sie durch ihre Oma inspiriert. Diese arbeitete in einer Näherei und fertigte Hochzeitskleider. Früh lernte sie dadurch mit Materialien, Schnitten und Farben umzugehen.

In ihrer aktuellen Kollektion „Escape“, stellt sich die Designerin die Frage, ob es immer noch etwas Besonderes sein muss, fair produzierte Kleidung zu tragen. Wir sagen klar: NEIN!

Ihre Materialien sind alle GOTS-zertifiziert und produziert wird in Berlin. Zum Teil in ihrem eigenen Atelier oder in Heimarbeit. Durch die lokale Produktion kann man beliebte Teile jeder Zeit nachordern, womit sie sich auch gegen den immer kürzer werdenden Rhythmus in der konventionellen Modeindustrie stellt.

Bei der Verarbeitung achtet Jeanette besonders darauf, dass sie so wenig Verschnitt (der Stoff, der beim Zuschnitt entsteht) wie möglich produziert. Manchmal werden auch Reste von anderen DesignerInnen weiterverwertet. Das spart Ressourcen und lässt auffällige Kombinationen entstehen. Ohne radikales Umdenken zu einem ethisch fairen Prinzip wird es keine klare Zukunft geben. Wir müssen uns trauen, umzudenken und den Status Quo zu hinterfragen.

DearGoods - eco, fair, veganEin rundum erfolgreiches Projekt, das sich nicht nur seiner ästhetischen Verantwortung bewusst ist. Treches erweckt das Bewusstsein für Ethik- und Umweltprobleme und macht politische Statements um den Status Quo zu hinterfragen. Der ist leider immer noch von ausbeuterischen Methoden gegenüber Mensch, Tier und Umwelt geprägt. Dagegen versucht die Designerin mit ihrem Label anzukämpfen.

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